Turnierbericht von Jana Schneider
Mit dem ersten Frauenpower‑Turnier im Donau‑Einkaufszentrum hat der SC Bavaria Regensburg am 4. Juli ein besonderes Schachereignis geschaffen, das weit über die sportlichen Ergebnisse hinauswirkte. Die beiden Organisatorinnen Jana Schneider und Marie Oberhofer stellten ein Turnier auf die Beine, das Mädchen und Frauen aus der ganzen Region zusammenbrachte – und das mit einer Atmosphäre, die man sonst nur selten erlebt.

Ein mutiger Schritt für viele junge Spielerinnen
Besonders stolz sind wir auf die sechs Bavaria‑Mädchen, die hier ihr erstes richtiges Turnier spielten. Für viele war es ein großer Schritt: ein öffentliches Event, Zuschauer, ein Einkaufszentrum als Bühne und sieben Runden voller Konzentration. Die jungen Spielerinnen meisterten diese Herausforderung mit beeindruckender Ruhe und großem Teamgeist.

Auch insgesamt war das Turnier außergewöhnlich jung besetzt: Sechs Teilnehmerinnen waren gerade einmal acht Jahre alt oder sogar noch jünger. Die Mischung aus erfahrenen Spielerinnen und neugierigen Nachwuchstalenten verlieh dem Turnier eine offene, freundliche und inspirierende Atmosphäre.

Sportlich starke Leistungen in sieben Runden
Insgesamt 27 Teilnehmerinnen spielten sieben Runden nach Schweizer System. Die Partien waren fair, spannend und boten oft einen langen Kampf, sodass auch die Zuschauenden gut unterhalten wurden.
Die 15‑jährige Cosima Thien‑An Wagner vom TV Tegernsee dominierte das Feld mit 6,5 aus 7 Punkten und sicherte sich damit den Turniersieg. Dahinter folgte die erfahrene FIDE‑Meisterin Olga Birkholz (SC Noris‑Tarrasch Nürnberg), die ebenfalls ungeschlagen blieb und nur einen halben Punkt zurücklag. Den dritten Platz holte sich die erst 13‑jährige Zuzanna Sobczak (SC Garching).

Mehr als ein Turnier: Begegnungen, Freundschaften und kreative Highlights
Neben dem sportlichen Teil bot das Turnier viele Momente, die den Tag besonders machten. Ein Publikumsmagnet war die Fotobox, die mit selbst gebastelten Schachfiguren und Plakaten ausgestattet war. Die Schachfiguren hatten die Mädchen im Jugendtraining liebevoll ausgemalt und vorbereitet.

In der Mittagspause sorgte ein spontanes Simultanschach mit Organisatorin Marie für zusätzliche Unterhaltung. Mehrere Mädchen traten gleichzeitig gegen sie an, und das kleine Schach‑Spektakel mitten im Einkaufszentrum zog einige Zuschauer an.

Unterstützung aus vielen Richtungen
Damit ein Turnier dieser Größe gelingt, braucht es viele helfende Hände. Das Team des Donau‑Einkaufszentrums stellte nicht nur den außergewöhnlichen Austragungsort zur Verfügung, sondern unterstützte auch organisatorisch und finanziell. Geschäftsführer Thomas Zink übernahm die Schirmherrschaft und nahm sich viel Zeit für die Siegerehrung. Dankeschön!
Auch innerhalb des Vereins war die Unterstützung groß: Peter kümmerte sich um Auslosung, Tabellen und den gesamten technischen Ablauf, half bei der Organisation im Vorfeld und war den ganzen Tag vor Ort. Françoise und Cédric packten beim Auf‑ und Abbau mit an und unterstützten während des Turniers. Danke dafür!
Im Bavaria Mädchentraining wurden fleißig Figuren gebastelt und Medaillen vorbereitet. Und wir wissen jetzt auch, dass man die Medaillen etwas sorgsamer lagern sollte, sonst verheddern sie sich. Zum Glück hatten wir vor Ort ganz viele engagierte junge Helferinnen, die gemeinsam alle Medaillen wieder befreit haben. Danke euch!

Zusätzlich förderten Deutsche Schachjugend und Deutscher Schachbund das Turnier finanziell im Rahmen eines Mädchen‑ und Frauenschachprojekts. Und die Emanuel‑Lasker‑Gesellschaft unterstützte uns mit einigen ganz besonderen Trophäen, danke dafür!

Nicht zuletzt trugen die Eltern viel zum Gelingen bei: Sie fuhren ihre Kinder nach Regensburg, blieben oft den ganzen Tag vor Ort und einige Mütter spielten sogar selbst mit:

Der TV Tegernsee reiste mit sieben Spielerinnen an und bildete neben Bavaria die größte Vereinsdelegation.

Ein Tag, der Lust auf mehr macht
Das Frauenpower‑Turnier war ein starkes Zeichen für die wachsende Bedeutung des Mädchen‑ und Frauenschachs in der Region. Die Mischung aus sportlichem Anspruch, familiärer Atmosphäre und kreativen Elementen machte den Tag zu einem besonderen Erlebnis – für Spielerinnen, Helfer und Zuschauer gleichermaßen.
Viele Beteiligte wünschen sich bereits eine Fortsetzung. Und nach diesem gelungenen Auftakt spricht vieles dafür, dass das Frauenpower‑Turnier im Donau‑Einkaufszentrum nicht das letzte seiner Art gewesen ist.