Bavaria III ist Spitze!

Am vergangenen Sonntag hatte unsere dritte Mannschaft mit der SG Post Süd II einen sehr schweren Gegner zu Gast. In der ersten Runde hatten die Gäste gegen unsere vierte Mannschaft mit eindrucksvollen 7:1 eine klare Duftmarke hinterlassen. Was konnten wir also erwarten?

Pandemiegeschwächt kam der Gegner nur zu siebt, so daß Walter Erhard am achten Brett seinen Punkt kampflos zugeteilt bekam. 

Eine sehr spannende Partie spielte Martin Brüll am dritten Brett gegen Daniel Depner. Mit Schwarz in einem Sizilianer mit unterschiedlichen Rochaden waren alle Zeichen auf beiderseitigem Angriff ausgerichtet. 

Immer mit leichtem Vorteil im Angriff hätte Martin hier mit 27. … cxb2! den verdienten Gewinn nach Hause bringen müssen. Sollte Weiß den Bauern mit 28.Lxb2 schlagen, dann gewinnt a4 nebst a3 den Läufer. Käme stattdessen z.B. 28.Lg5, dann wäre Da4 (mit der Drohung Da1 matt) 29.Kxb2 Tab1+ 30.Kc1 Td1 ein tödlicher Angriff. Stattdessen dachte Martin in der Diagrammstellung mit 27. … a4 an ein tödliches Mattnetz der Bauern cxb2 und a4-a3-a2. Sein Gegner fand den einzigen, aber sehr effektiven Antwortzug 28.Txf7. Nach der Fortsetzung 28…. cxb2 29.Lg5, was wie eine Zugumstellung anmutet, war der schwarze König nun seinerseits verloren. Die schwarze Dame hatte nicht mehr das Angriffsmanöver über a4, dafür konnte die weiße Dame über g6 eindringen. Die Partie endete mit 29. … Lg7 30.Lf6 Lxf6 31.Dg6. 

Ein Glück war auf den Rest der Mannschaft Verlass. 

An Brett 6 konnte Martin Rösl in der Position 

den Fehler 27. … Te8? seines Gegners Ralf Smekal mit 28.Dh5 zum Figurengewinn ausnutzen. 

Am Spitzenbrett hatte Max Koch in seiner ersten Partie für Bavaria gegen Dietmar Heil lange Zeit die Dominanz auf der offenen c-Linie. 

Stellung nach 22.Da2. Nach dem Abtausch aller Schwerfiguren ging dieser optische Vorteil wieder verloren, die Partie verflachte und endete Remis. 

Am fünften Brett verlor Naum Aumüller gegen Christian Wltschek einen Bauern. Geschickt wickelte er in ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern über und sicherte sich noch das Remis. 

Peter Oberhofer spielte am siebten Brett mit Schwarz gegen Nils Menninger, der die Stellung gegen den nominell deutlich stärkeren Peter lange recht ausgeglichen halten konnte. 

Aber nach 34.Kh2? in harmlos wirkender Stellung knickte er nach dem Bauernverlust 24. … Dxa2 ein und gab mit 25.Da4 Peter strategisch die Chance in einer Stellung mit Mehrmaterial und besseren Figuren die Damen zu tauschen. Der baldige Sieg brachte uns den deutlichen 4:2 Zwischenstand. 

Am vierten Brett spielte Marie Oberhofer in einer Partie mit Vorteilen auf beiden Seiten schließlich gegen den schwächeren schwarzen König von Holger Werner. 

39. Dc7! hätte nach Te7 40. Dc6 nebst Df6+ zum Sieg führen müssen. Nach dem gefräßigen 39. Dxa7 Te7 konnte Maries Dame leider nicht gleichzeitig den Turm auf c1 decken und auf die sechste Reihe ziehen. Nach 40.Dc5 Dxf4 41.Dd5+ Te6 42.Te1 hätte der Abtausch der Schwerfiguren evtl. sogar für Weiß gefährlich werden können. Die Einigung auf Remis brachte unserer Mannschaft den Sieg. 

Artur Steinhauer spielte am zweiten Brett eine waghalsige Angriffspartie gegen den Franzosen von Matthias Langensteiner. 

In der Stellung nach 19. Dg5+ hatte er bereits die Qualität weniger und konnte keinen gewinnbringenden Angriff durchsetzen. Am Ende versteckte sich sein König im Endspiel Dame/Turm gegen Dame/Springer hinter seinem Material, so dass der schwarze Sieg wohl erst nach einem langen zähen Kampf zu holen gewesen wäre. Die beiden einigten sich auf Remis und der Kampf ging mit 5:3 für Bavaria III gewonnen. 

Damit hat unsere Mannschaft die Tabellenführung übernommen und muss noch schauen, wie sich Parsberg, ebenfalls mit sauberer Weste aber einer Runde spielfrei, in den nächsten Runden schlagen wird. 

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