2. BUNDESLIGA OST – 7:1 KANTERSIEG IN PASSAU

Mit einem in der Höhe sensationellen 7:1 Sieg überraschte unser Schachteam im Mannschaftskampf gegen den Tabellenführer aus Passau in der 2. Bundesliga Ost. Mit dem klaren Ziel etwas Zählbares mitzunehmen waren die Bavarianer in die Dreiflüssestadt gereist. Begünstigt durch das Fehlen der beiden Passauer Spitzenspieler entwickelte sich an allen Brettern ein spannender Schlagabtausch.

Nach drei Stunden Spielzeit fielen dann die ersten Entscheidungen. IM Hannes Ganaus hatte sich in der Eröffnung keine Vorteile erspielen können und so war die Punkteteilung die logische Konsequenz, da auch sein Gegner keine gewinnträchtigen Ressourcen in seiner Stellung nachweisen konnte. An Brett 8 musste Uwe Kleibel im Mittelspiel einige für ihn gefährliche Situationen meistern. Mit einem Bauernopfer entkräftete er den Angriff seines Passauer Kontrahenten und glich die Stellung aus. Da weitere Angriffsbemühungen nur mit einem nicht kalkulierbaren Risiko die Partie gar zu verlieren verbunden waren, einigte man sich auf Remis.

Erst kurz vor der ersten Zeitkontrolle nach fast 4 Stunden Spielzeit neigte sich die Waage zugunsten unseres Teams. FM Lars Goldbeck hatte in ausgeglichener Stellung ein Remisangebot seines Gegners abgelehnt, Es gelang ihm aber in der Folge die Stellung mittels eines Freibauers zu komplizieren, so dass der Passauer bei der Suche nach den besten Zügen seine Bedenkzeit überschritt und damit die Partie verlor. Es war dann dem serbischen IM Novak Pezelj, der in dieser Saison erstmals für Bavaria zum Einsatz kam, vorbehalten die Führung auf 3:1 auszubauen. Der international renommierte Trainer brachte seine große Stärke im strategischen Kampf im Mittelspiel voll zu Geltung und zwang seinen Gegner in die Defensive. Nach einem zwangsläufigen Materialverlust war die Stellung für den Passauer nicht mehr zu halten und die Aufgabe wenige Züge später für ihn unvermeidlich. Damit war eine Vorentscheidung zu Gunsten unseres Schachteams gefallen. Dem tschechischen GM Jiri Stocek war es dann vorbehalten am Spitzenbrett den nächsten Punkt für das Team von Bavaria zu sichern. In einer an Höhepunkten armen Partie überspielte er seinen österreichischen Kontrahenten langsam aber konsequent und verwertete in einem Damenendspiel seine zwei Mehrbauern ohne große Mühe.

Jana Schneider stellt den Sieg sicher

Unserer Großmeisterin WGM Jana Schneider war es dann vorbehalten den entscheidenden Punkt zum Mannschaftssieg beizusteuern Die junge deutsche Spitzenspielerin war erst am Vorabend von dem German Frauen Masterturnier, einem Turnier mit den zehn besten deutschen Schachspielerinnen, angereist. Dort hatten sie den Turniersieg nur durch eine Niederlage in der letzten Runde knapp verpasst, konnte sich aber über einen hervorragenden 2. Platz freuen. In einer kampfbetonten Partie hatte sie es mit einem weiteren östterreichischen IM in Passauer Diensten zu tun. Nach schon etwas mehr als sechs Stunden Spielzeit opferte Jana Schneider zwei Bauern und konnte dadurch mit ihrem Turm in die gegnerische Stellung eindringen. Im Zusammenspiel zwischenTurm, einem starken gedeckten Freibauern und einem gut positionierten Läufer zwang sie ihren Kontrahenten mit Mattdrohungen zur Aufgabe. Damit war beim Zwischenstand von 5:1 die Entscheidung gefallen.

Sehenswertes Opfer von Flórián Kaczúr

Sehenswertes bot der junge ungarische IM Flórián Káczur, der sich auf dem Weg zum Großmeister befindet. Mit einem sehenswerten Figurenopfer befreite er sich aus der Umklammerung seines Gegners und riss die Initiative an sich. Es dauerte dann zwar noch viele Züge um die heftige Gegenwehr zu brechen, aber mit dem überraschenden Opfer hatte er den Grundstein für seinen Sieg gelegt.

Flórián spielt 19. …Sxf3+!

Cédric Oberhofer setzte dann nach fast sieben Stunden Spielzeit den Schlusspunkt zu einem denkwürdigen und auch in dieser Höhe verdienten Sieg. Gegen die kämpferische und geschlossene Mannschaftsleistung unseres Teams waren die Passauer an diesem Tag ohne Chance.

Bavaria konnte sich mit diesem Erfolg im Mittelfeld der Tabelle halten. In zwei Wochen steht auswärts gegen das noch punktlose Team aus Erlangen ein für den angestrebten Klassenerhalt vorentscheidendes Match an. Nach dem Rückzug von Bad Emstal/Wolfhagen, dessen Mannschaft fast ausschließlich aus ukrainischen Titelträgern besteht, und die als klarer Aufstiegsfavorit vor der Saison gehandelt wurden, steht bereits der erste von drei Absteigern fest. Zwei weitere werden noch gesucht.

Alle Ergebnisse, Infos, Statistiken und Partien zum downloaden unter folgendem Link:

https://ergebnisdienst.schachbund.de/bedh.php?liga=2blo

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